Gold, Silber und andere Metalle

Gold und andere Metalle sind seit Jahrtausenden geschätzte Güter und sind die älteste Währung der Welt. Will man Edelmetalle als Wertanlage erstehen, so denkt man in erster Linie an Gold und Silber aber auch Platin und Palladium erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Silber, Platin und die Platingruppenmetalle werden wegen ihrer guten Eigenschaften gern als Industriemetalle genutzt.

Die wichtigsten Edelmetalle für Privatanleger

Welche Edelmetalle kommen infrage?

Gold wurde schon in der Jungsteinzeit als Metall zur Schmuckherstellung und als Zahlungs- oder Tauschmittel eingesetzt. Die ersten Goldmünzen stammen aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Auch wenn Gold kein wachsender Rohstoff ist, werden jährlich rund 2600 Tonnen gefördert. Die drei wichtigsten Förderländer sind Südafrika, die Vereinigten Staaten und Australien.

Silber gehört wie Gold zu den Münzmetallen und wird bereits seit dem 5. Jahrhundert vor Christus bearbeitet. Sehr gern wird es bei der Schmuckherstellung verwendet. Als Mondmetall war es eine Zeitlang sogar wertvoller als Gold. Das änderte sich jedoch in der Neuzeit, als nach 1870 vorwiegend Gold zur Münzprägung verwendet wurde. Heute ist der Wert des Silbers etwa 70:1im Verhältnis zu Gold. Dennoch hat es nicht an Attraktivität eingebüßt, denn die Nachfrage ist nach wie vor steigend. Durch seine physikalischen Eigenschaften wird Silber in der Elektronik und Elektrotechnik zum Beispiel bei der Handy-Herstellung verwendet. Bisher hat man noch keinen Ersatz für Silber gefunden.

Platin ist durch seine schwierige Gewinnung nach Rhodium und vor Gold das zweitteuerste Edelmetall. Durch seine hervorragenden Eigenschaften wird es sowohl als Material von Laborgeräten als auch für Schreibfedern verwendet und Platinschmuck findet immer mehr Liebhaber. Platin ist zirka 90 mal so teuer wie Silber. Von 1828 bis 1846 wurden in Russland schon Münzen aus Platin -der Platinrubel- hergestellt. Platin ist außerdem ein Industrieedelmetall und findet sich auch in der Katalysatorentechnik wieder, kann hier aber durch sein preiswerteres Schwestermetall Palladium ersetz werden. Platin eignet sich wahrscheinlich am besten für spekulative Anlagen, denn die Wertsteigerung des Edelmetalls betrug in den letzten 20 Jahren satte 570%.

Palladium verwendet man als Legierungszusatz mit Silber und Gold in der Elektrotechnik. Außerdem wird es in Diesel-Katalysatoren eingesetzt als Ersatz für Platin. In China findet in der Umweltpolitik derzeit ein Umdenkprozess statt. Dort denkt man schon länger darüber nach, ebensolche Abgasverordnungen zu erlassen, wie sie in der EU gefordert sind. Sollte es hier zum Bau neuer Katalysatoren kommen, würde der Preis für Platin und Palladium in schwindelerregende Höhen steigen. Als Schmuckmetall ist Palladium ebenfalls vorstellbar, denn es läuft nicht an und silberfarbiger Schmuck liegt derzeitig voll im Trend.

Platinnebengruppenmetalle finden bei Legierungen zur Erhöhung der Härte oder als Anlaufschutz (Rodiniert) Anwendung.

In welcher Form legt man am besten an?

Silber und Gold, in welcher Form legt man am besten an?

Immer mehr Anleger schwören auf Edelmetalle als Anlagegüter. Da fragt man sich, in welcher Form man sich diese anschafft. Gold in Form von Schmuckstücken erfreut sicher immer den Träger, man macht aber beim Verkauf meist Verluste.

Wichtig für jeden Anleger ist, dass es sich bei Edelmetallanlagen immer um eine langfristige Wertanlageentscheidung handelt. Um Gewinne zu maximieren und Risiken zu minimieren empfiehlt es sich, einen Teil des Vermögens durch den Kauf von Edelmetallen zu sichern. Da man die Preisentwicklung der einzelnen Metalle jedoch nicht vorhersehen kann, sollte man zur Risikominderung verschiedene Edelmetalle kaufen.

Am einfachsten ist die Anschaffung in physischer Form als Barren, als Münzen oder als Schmuck. Kleine Barren sind da handlich und schnell veräußert, ohne dass man ideelle Werte verliert. Große Barren sind für ein größeres Vermögen und entsprechend sichere Lagermöglichkeiten zu empfehlen. Da der Wert von Edelmetallen durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird, kann es zu erheblichem Preisverfall kommen, wenn zum Beispiel neue Vorkommen gefunden werden oder Zentralbanken größere Mengen auf den Markt bringen.

Dennoch sind Edelmetalle als Wertanlage sinnvoll, denn besonders in Krisenzeiten wie Inflation oder Währungsreform hat sich gezeigt, dass man ihren Vermögenswert sicher in die nächste Wirtschaftsordnung bringt. Außerdem entgeht man mit dieser Anlageform der Abgeltungssteuer, da man auf physische Werte wie es Edelmetalle sind nicht von dieser auf Wertpapiere bezogenen Besteuerung betroffen ist. Gold ist außerdem mehrwertsteuerbefreit. Für Silbermünzen gilt der ermäßigte Steuersatz von 7% und Silber in Barren unterliegt dem regulären Steuersatz von derzeit 19%.

Wenn das Papiergeld seinen Wert verliert, können Edelmetalle als Ersatzwährung zum Einsatz kommen.

Aber die edlen Metalle kann man nicht nur physisch erwerben. Auch auf dem Papier kann man in Gold, Silber Platin und Palladium investieren. Mit sogenannten Gold- und Silberaktien kann man Anteile an Minen oder Minengesellschaften kaufen, um sich an deren Rendite zu beteiligen. So hat der Edelmetallpreis Einfluss auf den Gewinn der Anleger, genauso, als hätten diese physisches Metall erstanden. Steigen die Metallpreise, hat das fördernde Unternehmen höhere Einnahmen, dadurch höhere Gewinne und der Aktienkurs steigt. Das Gleiche gilt für weiterverarbeitende Unternehmen und Weiterverkäufer. Ebenso hat man aber hier auch die Verluste „seines“ Unternehmens mit zu tragen. Eine gewisse Risikobereitschaft sollten Anleger dieser Variante also mitbringen.

Für richtige Spekulanten gibt es ebenfalls Möglichkeiten, sein Vermögen in Edelmetallen anzulegen, natürlich mit weit höherem Risiko. Hierzu eignen sich Zertifikate, oder CFDS (Contracts For Difference). Mit den CFDs kauft man quasi auf dem Papier einen bestimmte Menge an den gewünschten Edelmetallen zu einem bestimmten Preis, bekommt aber von Händlern -sogenannten CFD-Brokern- zu seinem eigenen Kapital noch ein zusätzliches Kapital in bis zu einhundertfacher Höhe geliehen, um damit handeln zu können. Steigt nun der Preis des Edelmetalls, macht man entsprechend hohe Gewinne, mit denen man schnell das geliehene Kapital zurückzahlt. Aber, natürlich kann man genauso schnell alles verlieren.

Wer all diese Dinge beachtet, wird sicherlich die richtige Entscheidung treffen und die für ihn am besten geeignete Geldanlage in Edelmetallen finden.